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    <title>Sonntagspredigt</title>
    <link>http://predigt.kapuziner.org</link>
    <description>Predigt zum 14. Sonntag im Jahreskreis</description>
    <language>de-de</language>
      <lastBuildDate>28.06.2011</lastBuildDate>
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      <title>Predigt </title>
       <description> von Br. Georg Greimel zum 14. Sonntag im Jahreskreis</description>
      <link>http://predigt.kapuziner.org</link>
      <description><![CDATA[<p>

<h2><b>Die Sonntagspredigt</b> </font></H2>
<p align="left">03. Juli 2011 <br>
<p align="left">14. Sonntag im Jahreskreis</p>
<h3>G&uuml;tig - dem&uuml;tig – gebildet</h3>





<p align="left">von Br. Georg Greimel, Kapuziner</p>

Sach 9,9-10; R&ouml;m 8,9.11-13; Mt 11,25-30


<p align="left">Als ich dieses Jahr bei der Israelreise auch auf der Sinaihalbinsel am
Mosesberg war, kam uns beim Abstieg ein Mann mit zwei Eseln entgegen.
Die Eselin trug zwei schwere Wasserkanister f&uuml;r den Kiosk am Berg, der
Esel trug den Besitzer. Wer auf einem Esel reitet, der geh&ouml;rt zur
einfachen Schicht und hat kein besonders gro&szlig;es Ansehen.</p>

<p align="left">In den Lesungen des vierzehnten Sonntags geht es um den Weg des
G&ouml;ttlichen zum Einfachen. Ein eigenartiger Herrscher wird angesagt,
einer mit ungewohnten Ma&szlig;st&auml;ben und Herrschaftsinsignien. Ein K&ouml;nig,
der auf einem jungen Esel reitet, wie ein Kind. Er verzichtet auf
Machtmittel, auf Milit&auml;r und Waffen. Im Gegenteil, er r&uuml;stet total ab.
Dieser Herrscher hat andere Regeln, so wie Kinder, die nie ernsthaft
einen niedermachen wollen. Kinder, die faire Spielregeln vereinbaren,
bevor sie ein Spiel beginnen, bei dem es letztlich keinen Verlierer
gibt, wenn alle ehrlich im Spiel bleiben. Dabei ist nicht die Rede von
Primitivem, im Gegenteil. Es ist das Geistvolle gemeint, weil es vom
Geist Gottes her auf die Menschen kommt. Das Kennzeichen des
Herrschers ist eines der h&ouml;chsten erstrebenswerten G&uuml;ter: Frieden,
gepaart mit Demut und Gerechtigkeit. Alle Welt soll daran teilhaben
d&uuml;rfen.</p>

<p align="left">Gott wird nicht zuerst von den Hohen und M&auml;chtigen verstanden, nicht
von den Weisen und Klugen erkannt, sondern von den Unm&uuml;ndigen, so
lesen wir im Evangelium nach Matth&auml;us. W&auml;ren die M&auml;chtigen klug und
weise und von Gott gef&uuml;hrt, w&uuml;rde alle Welt die Fr&uuml;chte sehen und
erleben k&ouml;nnen, z. B. einen weltweiten Frieden, von dem alle etwas
haben. Jesus wird zuerst von denen verstanden, die vielleicht von
Bildung ferngehalten wurden, die im Leben zu kurz gekommen sind, die
sich plagen m&uuml;ssen, denen niemand hilft, die Unm&uuml;ndigen. Dieser Gott
ist nicht einfach auf der Seite derer, denen es gut geht, er stellt
sich auf die Seite der &Uuml;berbelasteten, die also entlastet werden m&uuml;ssen.</p>

<p align="left">Nehmen wir den heiligen Franziskus zu Hilfe. Er sticht heraus in
seiner Demut und Einfachheit. Er selbst hat sich f&uuml;r nicht w&uuml;rdig
gehalten, Priester zu werden, ist Diakon geblieben. Er war reserviert
gegen&uuml;ber den Gelehrten und wollte sie zun&auml;chst nicht im Orden haben.
Er vermutete, diejenigen, die immer mehr wissen oder besser wissen,
w&uuml;rden sich schwer tun mit der echten Demut und dem Gehorsam, nicht
nur dem Oberen, sondern Gott gegen&uuml;ber. W&auml;re unser Gott demnach einer,
der Bildung ablehnt und Wissen verneint? Wohl nicht. In der Geschichte
der Kirche gab es ein Auf und Ab an Wissenschaftlichkeit und
theologischer Bildung. Es gab die H&ouml;hepunkte der Bildung in der
Hochscholastik im 13./14. Jahrhundert und sp&auml;ter in der Neuscholastik
Ende des 19. Jahrhunderts. Ein H&ouml;hepunkt der allgemeinen Bildung unter
Einbeziehung der Laien und ihrer Dienste in die Pastoral erleben wir
nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. In der wissenschaftlichen
Theologie, in Liturgie und Verk&uuml;ndigung haben wir einen sehr hohen
Stand erreicht, der allen zug&auml;nglich ist, wohl wie nie zuvor.</p>

<p align="left">Bei einer Tagung in Cham h&ouml;rten wir, was vor &uuml;ber hundert Jahren der
Grund war, die Marianische M&auml;nnerkongregation zu gr&uuml;nden: die
Erkenntnis eines Redemptoristen. Er sah, dass sich die Menschen zwar
sehr fromm verhielten und zur Kirche kamen, aber sie wussten viel zu
wenig. Da w&uuml;nschte er ihnen einen “wissenden Glauben”. Heute beklagen
die einen den verkopften Glauben, die anderen den gro&szlig;en Mangel an
Glaubenswissen. Andere stellen fest, dass sich die Fr&ouml;mmigkeit wieder
vermischt mit Vorstellungen aus anderen Religionen und mit Denkweisen,
die l&auml;ngst &uuml;berwunden schienen, andere wittern die schlimmen Gefahren
eines hartn&auml;ckigen Fundamentalismus. Jeder will die Reinheit des
Gelehrten oder des gelebten Glaubens.</p>

<p align="left">Der Mensch braucht Wissen und Bildung auf verschiedenen Ebenen und
findet von daher unterschiedliche Zug&auml;nge zum Glauben an Jesus und
Gottvater. Gerade deshalb m&uuml;ssen wir auch wieder zur Einfachheit
zur&uuml;ckfinden, damit wir das Anliegen Jesu nicht verf&auml;lschen. Die
Substanz der Botschaft Jesu muss von der Theologie formuliert und von
den Predigern gesagt werden, aber immer wieder so neu, dass sie
verstanden wird, auch von den einfachen Leuten. Denn zu Gott dem Vater
finden wir nur durch die Person Jesu. -</p>



<a href="http://predigt.kapuziner.org">predigt.kapuziner.org</a> </description>

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